Erinnerung und Gedenken

Lebendige Erinnerungs- und Gedenkkultur in Weilburg und der Oberlahn-Region

„Gruppenaufnahme von Angehörigen der Hitlerjugend und NSDAP in Weilburg, anlässlich der Reichstagswahl, November 1933“, in: Historische Bilddokumente (Stand: 8.3.2011)

Die Unrechtsherrschaft des faschistischen NS-Regimes dauerte von 1933-1945. Auch wenn uns heute mehr als siebzig Jahre vom Ende dieses Zeitraums trennen, bleibt die erinnernde Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit eine verantwortungsvolle Aufgabe unserer Gesellschaft. »Wer nicht erinnert, vergisst – wer vergisst, kann schuldig werden«, lautet der erste Satz der Präambel des Vereins Weilburg erinnert e.V.

Erinnerung wiederum ist auf Formen der Vermittlung angewiesen.

Die Zahl derer, die als Zeitzeugen noch aus eigenem Erleben Erinnerung vermitteln können, ist im Schwinden. Daher besteht die Notwendigkeit, neue und lebendige Formen der Vermittlung zu gestalten, damit den heranwachsenden Generationen Zugänge zur Erinnerung und zur Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit ermöglicht werden.

Damit sich deutscher Faschismus nicht wiederholt, ist es erforderlich, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und Wege zu eröffnen, die auch denen Zugang ermöglichen, die diese Zeit nicht selbst erlebt haben. Es gilt, kenntlich zu machen, wie es dazu kommen konnte, dass in einem Land mit großer humanistischer Tradition die Saat menschenverachtenden Gedankenguts aufging und ein Terrorregime Unterstützung fand.

Die Arbeit von Weilburg erinnert e.V. basiert auf der Erkenntnis, dass es notwendig ist, Fakten zu benennen, Geschehenes zu dokumentieren, nichts zu beschönigen und die Erinnerung wach zu halten. Angesichts mehr oder weniger latent vorhandener faschistischer Tendenzen in unserer Gesellschaft wird diese Notwendigkeit zu einer Dringlichkeit. Daher tritt der Verein auch aktiv gegen Rechtsextremismus, Extremismus jedweder Art, Terrorismus und Rassismus im Sinne eines “Nie wieder!” ein.